Ich versuche es manchmal, mir vorzustellen, wie man sich fühlen muss in dieser ausweglosen Situation. Ob es mir jemals gelingt, weiß ich nicht. Ich will es aber auch gar nicht. Mein Geist blockiert, wenn ich mich länger damit beschäftige. Ich glaube, das hat seinen guten Grund. Ich komme - wenn schon - nur bis dahin: Du liegst da. Alles ist verkrampft und die Muskeln zucken, wenn die Medikamente nicht mehr wirken. Das Fenster ist zu, du erträgst die Luft nicht, die aus deinem Mund strömt. Nachts frierst du, tagsüber schwitzt du, weil du zugedeckt wirst, obwohl das Personal tausendmal gesagt bekam, dass du nicht zugedeckt werden willst. Früh wirst du plötzlich aus deinem unerquickenden Schlaf geholt, wirst aus dem Bett gezerrt, wirst gedrückt und gequetscht, weil du wie ein nasser Sack bist. Du wirst ins Badezimmer geschleift, in einem Nacht-Toilettenstuhl. Du wirst halbherzig geduscht, weil die Muskeln und Gelenke steif sind, obwohl du dich früher von oben bis unten stundenlang gr...