Mas Beisetzung

fand heute am frühen Nachmittag statt, nun ist auch das überstanden.

Der Strauß, den ich für uns im Nachbarort bestellte, sowie das kleine Kränzchen mit weißen Azaleen und dunklen Rosenblüten gefielen mir wirklich gut, nur die Schleife sah letztendlich neben der meines kleinen Bruders sehr mickrig aus.
Mein Vater kam wie erwartet alleine zur Beerdigung, ohne meinen mittleren Bruder (ich habe zwei jüngere Brüder).
Außerdem sah ich einige Leute wieder, wo ich mich kaum noch an die Gesichter erinnern konnte.
Wetter wie man sich das zu einer Beerdigung vorstellt: trübe, kühl - einfach traurig.

Die Blumen auf ihrem Grab.
Unser Gesteck ist das mit dem Gekringel drüber. Ich wollte nichts "steifes" mit Rosenköpfen dichtgedrängt nebeneinander, sondern etwas, so wie sie früher war ... frisch, lebendig, quirlig.
Und rechts daneben das meines kleinen Bruders:
Ganz vorn ist auch das Kränzchen für die Urne, diese war dunkelrot ohne irgendwelchen Schnickschnack drauf. Da sie auf die Blümchenwiese wollte, wird es keinen Grabstein geben.
Auf unserer Schleife steht: (linkes Band) Du fehlst mit einer kleinen Rose darunter, rechts unsere Namen. "Du fehlst" habe ich nach einem Grönemeyer-Song ausgesucht - das schwirrte in meinem Kopf herum - wer hat denn bessere, tiefgreifendere Texte?.

Die Musik während der Ansprache steuerte David Sick (Gitarrist) sogar kostenlos bei  - drei Titel, die er auch selbst geschrieben hat. Super passend. Er kann Bass, Percussions und Harmonien auf einer Gitarre gleichzeitig spielen - großartig.
Keine aus irgendwelchen hornalten Lautsprechern quäkende Musik - das wollte ich gleich mal von vornherein vermeiden, auch keine Bläsergruppe oder so was gruseliges.
Glockengeläute habe ich auch nicht gewollt, der da oben ist so gemein, dem gönne ich nicht auch noch diesen Triumph. ('Gottseidank' oder sowas vermeide ich seit geraumer Zeit mit wachsender Beharrlichkeit)
Gut, dass ich als "Organisator" das alles selbst festlegen durfte!


Eine Serie Danksagungskarten fertige ich gerade an, ein paar sind schon fertig.
So werden sie aussehen:


Außerdem habe ich ein Album vorbereitet, was herumgereicht wird, in das nach und nach ein paar Fotos und Zitate, Anekdoten bzw. Gedanken desjenigen zu Ma hineingegeben werden. Wer hat, sollte mal nach alten Fotos kramen, da wir kaum Fotos von früher von ihr haben.
Die Trauerkarten, die wir erhielten, sind schon drin, auch eine gestaltete Seite meines kleinen Bruders, der seine Gedanken zu Papier brachte - aber auch mein (erstes und einziges) Gedicht, das ich 2010 schrieb:


Um mal den direkten Vergleich zu zeigen:
Dieses Foto entstand 2005, im Urzeitpark Kleinwelka, da war die Welt noch in Ordnung:
Hier war sie 55 Jahre alt. Leider quatsche ich da gerade - wenn man das früher mal gewusst hätte ...

Das letzte Bild, das ich von Ma habe, ist im Pflegeheim entstanden - ich konnte es mir nicht verkneifen - mit dem Handy leise geknipst, damit sie es nicht hört. Letztes Jahr im Juni, nachdem ich ein Moskitonetz besorgt hatte, damit ihr die Fliegen nicht in den Mund krabbeln, sie konnte ihn kaum schließen und die aufdringlichen Biester mit Bewegungen verscheuchen ging ja auch nicht.
"Dornröschen" nannte ich dieses Foto.

Kommentare

  1. Das klingt jetzt komisch, aber ich freue mich für euch, dass ihr es "ausgestanden" habt. Und ich freue mich auch für deine Mama, dass sie es endlich geschafft hat...
    Das letzte Foto von deiner Ma hat mir gerade die Tränen in die Augen getrieben.

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  2. Bin gerade zufällig auf Deinen Blog gestoßen. Aber was ich gelesen habe, hat mich doch mitgenommen. Euch allen herzliches Beileid! Was für eine Erlösung für Deine Mutter. Kaum vorstellbar, wie schrecklich es sein muss, in seinem eigenen Körper gefangen zu sein und sich nicht mehr verständigen zu können.

    LG,

    Tanja

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